2017 WMFC – Leogang, Österreich

 
obere Reihe v. li. n. re.: Jörg Beer, Patrick Lelaona, Alexander Wilhelm, Lutz Jehn, Julian Riedel, Thorsten Wern, Clemens Vogel, Marc Henning Schäfer, Rene Bogesits, Jan Ebersohn
mittlere Reihe v. li. n. re.: Robert Lindner, Johannes Comoretto, Lino Witte, Fabian Stelzle, Lennart Schleese, Mark Schläfer, Werner Krutsch, Tobias Heising, Christopher Wittmann, Thomas Kobes
vordere Reihe v. li. n. re.: Jan Niklas Bröking, Jürgen Eichmüller, Andreas Stühn, Steffen Güttler, Uwe Holtz, Alexander Wiesenberg, Volker Krutsch, Kai Braun, Stefan Endres, Volker Kleemann, Alexander Röhrl, Hugo Faul; es fehlen: Eric Lelaona, Reiko Wießner

Die Fußball-Weltmeisterschaft für Ärzte fand in diesem Jahr vor traumhafter Alpenkulisse vom 08. – 16. Juli in Leogang, Österreich, statt.

Unsere deutsche Mannschaft war wie in den Vorjahren sowohl beim Morell Cup mit dem Championship Team (offene Klasse) als auch beim Vogel Cup mit dem Masters Team (Ü45) vertreten und erlebte eine geniale Woche.

Bei der Eröffnungsfeier am Samstag präsentierte sich die deutsche Delegation bereits in Bestform und feierte zu traditioneller Blasmusik mit den anderen Nationen das Zusammenkommen. 
Unsere Stimmung konnte auch nicht davon getrübt werden, dass beide Teams eine sehr schwere Gruppe zugelost bekamen. Nach dem Gewinn des Transdanubian Cups im Frühjahr und einem mehrtägigen Trainingslager in Grünwald fühlten wir uns bestens vorbereitet und bereit für die WM.

Das Turnier begannen wir am Sonntag mit einer gemeinsamen Wanderung zu den Spielfeldern, bei der die neuen Spieler Julian Riedel, Alexander Röhrl und Jan Niklas Bröking schnell integriert wurden.

Das Masters Team ging aufgrund mehrerer kurzfristiger Verletzungen mit einer dünnen Personaldecke in seine Vorrundenspiele gegen die USA, Brasilien und den späteren Finalisten Ukraine. Trotz großen Kampfes musste man den mangelnden Wechselmöglichkeiten Tribut zollen und schloss die Vorrunde nur auf dem 4. Platz ab.

Das Championship Team hingegen startete mit zwei sehr überzeugenden Siegen ins Turnier. Die physisch starken Iren bezwangen wir mit 3:0. Im folgenden Spiel gegen den Rekordweltmeister Ungarn konnte wie bereits beim Transdanubian Cup mit einer bärenstarken Leistung ein 2:1 Sieg eingefahren werden. Im letzten Gruppenspiel warteten die Katalanen, gegen die wir nach der Niederlage im Vorjahr in Barcelona noch eine Rechnung offen hatten. Anfangs lief alles wie geplant und wir gingen mit 1:0 in Führung, doch nach mehreren hitzigen Zweikämpfen ließ sich ein Katalane zu einer Tätlichkeit hinreißen und sah folgerichtig die rote Karte. Allerdings verloren wir anschließend völlig die Ruhe und Spielkontrolle und kassierten in einem verrückten Spiel 5 Gegentore in Folge. Mehr als der Anschlusstreffer zum 2:5 passierte nicht mehr, sodass wir aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter Ungarn und Spanien nur auf dem 3. Vorrundenplatz landeten.

Diese unerwartete und sehr frustrierende Niederlage wurde von den Spielern individuell verarbeitet und das Masters Team leistete große Aufbauarbeit beim abendlichen gemeinsamen Essen.

Für beide Teams ging es ab dem 4. Spieltag also nur noch in der Platzierungsrunde um den 9. Platz.

Für das Championship Team kam es direkt zum Klassiker gegen Brasilien. Gegen die mit vielen starken Einzelspielern bestückte Seleçao knüpfte unser junges Team an die tolle Leistung aus den ersten beiden Spielen an und schoss einen auch in der Höhe verdienten 5:0 Sieg heraus. Mit dem gleichen Ergebnis konnten wir am Folgetag die Litauer schlagen, sodass zum Abschluss des Turniers das Gastgeberteam Österreich im Spiel um Platz 9 auf uns wartete. 
Aufgrund der sehr schlechten Witterungsverhältnisse über die gesamte Woche waren die anfangs top gepflegten Rasenfelder nicht mehr bespielbar und die Turnierleitung entschloss sich zu einem Elfmeterschießen. Gerne hätten wir das Nachbarschaftsduell über die volle Länge ausgetragen, aber auch im Elfmeterschießen verwandelten unsere Schützen sicher und unsere Torhüter Volker Krutsch und Alexander Wiesenberg hielten den 4:2 Sieg fest.

Das Masters Team konnte für die Platzierungsspiele auf den extra aus Rostock angereisten Reiko Wießner zurückgreifen, der sich direkt mit einem Volleykracher in den Winkel parat meldete. Allerdings fehlte einfach das Quäntchen Glück und in drei engen Spielen gegen Österreich, Mexiko und Irland musste man sich jeweils knapp geschlagen geben. Zumindest das Abschlussspiel gegen Australien wurde gewonnen, sodass man das Turnier mit einem Erfolgserlebnis beenden konnte.

Bei der Siegerehrung konnten die deutschen Teams somit den Pokal für den 9. bzw. 13. Platz mit nach Hause nehmen. 

Für besonderen Jubel sorgte Stefan Endres, der als Stürmer für das Championship Team eine überragende Leistung brachte und fünf Turniertreffer erzielte. Damit wurde er zum Torschützenkönig des gesamten Turniers und tritt in die Fußstapfen von seinem Sturmpartner Alexander Wilhelm, der ebenfalls schon den Titel als treffsicherster Arzt der Welt holen konnte.

Sicherlich war das sportliche Abschneiden beider Teams eher enttäuschend und wir hatten uns bessere Platzierungen erhofft. 

Allerdings war die Moral vorbildlich und bei all der Frustration fiel kein böses Wort untereinander und man richtete sich gegenseitig wieder auf.
Zudem gab es viele gemeinschaftliche Highlights, die das Turnier zu einem überragenden Event machten und einen unfassbaren Teamgeist entfachten.

Die lautstarke Unterstützung am Spielfeldrand zwischen den Master und Championship Teams untereinander war einzigartig bei dem Turnier. Obwohl die Spielstätten der zwei Altersklassen in verschiedenen Orten lagen, kam immer der Großteil der anderen Mannschaft als Fans zu den Spielen und sorgte für super Stimmung. 
Jeder Spieler zeigte vollen Einsatz fürs deutsche Team und signalisierte trotz ausgekugelter Schulter in Form von Lennart Schleese Spielbereitschaft, bzw. Henning Schäfer und Steffen Güttler stellten sich mit Bänderriss weiterhin aufs Feld.  
Zur Regeneration ging es zusammen in die eiskalten Bergbäche oder die Holzsauna vom Gasthof. Zusätzlich reiste Patrick Imhäuser als Physiotherapeut 800km aus Niedersachsen an und sorgte für gelockerte und einsatzbereite Beine in den letzten Spielen.

Auch beim in die WM integrierten 23rd Global Congress on Medicine and Health in Sport war das deutsche Team mit vier Vorträgen stark vertreten. Herzlichen Dank an unsere Spieler Tobias Heising, Volker und Werner Krutsch sowie Mark Schläfer für ihre tollen Präsentationen!

Zusammenfassend für diese WM hat Weltmeister Bastian Schweinsteiger die passenden Worte: „Bevor man zu einem großen Champion wird, muss man erst einmal lernen, zu verlieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“ Das haben wir definitiv, sind zu einer noch engeren Gemeinschaft zusammengewachsen und werden im nächsten Jahr in Prag hochmotiviert an den Start gehen und den Titel ins Visier nehmen.

Als Nachtrag zur negativen Berichterstattung in den Medien über die Ärzte-WM:
Leider gab es während der gesamten Woche starke Regenfälle und Gewitter, sodass trotz aller Bemühungen der Platzwärte die Spielfelder sehr litten. 
Als Konsequenz musste der Hamburger Sportverein sein geplantes Trainingslager in der folgenden Woche absagen. Es tut uns Leid für die nötige Umplanung und die Fans, die umsonst angereist sind!
Immerhin weiß der HSV nun, wie ein Fußballplatz aussehen muss, nachdem man wie wir alles für sein Team gegeben und um jeden Ball gekämpft hat.